Fragile Idylle

KUNSTBUNKER in BERLIN

KONZERT l NOVEMBER 2019

Geige-Klavier Duo

,Fragile Idylle'


Die Sehnsucht nach Idylle hat Menschen aller Epochen erfüllt, vor allem in Zeiten von Krieg und Krisen: auch dann gab es Rückzugsorte und Erholungszeiten, in denen Idylle existierte.

Besonders die Musik ist ein Raum, in dem sich Idylle widerspiegelt.

Drei Meisterwerke der Duoliteratur für Geige und Klavier haben Benedikt Bindewald und Jessica Probst zusammengestellt, wo Idylle beschworen und wieder gebrochen wird.

Johannes Brahms A-Dur-Sonate op.100, Maurice Ravels Geigensonate sowie Sergej Prokofievs 2.Geigensonate op.94a haben jeweils einen ganz eigenen geschichtlichen und persönlichen Hintergrund, auf dessen Spur sich diese beiden Musiker begeben.


Die A-Dur-Sonate op.100 komponierte Johannes Brahms in der Sommer-Idylle des Thuner Sees. Seine Liebessehnsucht zur Sängerin Hermine Spies kommt hier zum Ausdruck. Blieb er zu schüchtern, sich ihr direkt zu offenbaren, und beließ es bei diesem musikalischen

Gefühlsbekenntnis?


Die Geigensonate von Maurice Ravel entstand mitten in den Goldenen Zwanzigern, eine auch idyllische Zeit voller Leichtigkeit und Lebenslust nach dem ersten Weltkrieg. Schwebende Klanglichkeit und pastoralhafte Melodik im ersten Satz wirken bezaubernd; der vom blühenden Jazz inspirierte Blues beginnt verspielt-kokett und steigert sich zu fast aggressiven, penetrant wiederholten Dissonanzen. Ein perpetuum mobile löst alle Spannung: experimentierfreudig jongliert Ravel mit Bitonalität und immer wilderer Virtuosität.


Seine zweite Sonate für Geige und Klavier op.94a schrieb Sergej Prokofiev 1943 in Perm, weitab vom Kriegsgeschehen. So gelang ihm dort ein Werk voller Licht und Freude. Die zuweilen schräge Harmonik sowie die Zitate von Marschrhythmen im ersten Satz integrieren sich wie ironische Momente in den sehnsuchtsvoll-leichten Charakter der Musik. Wie auch Ravel verwendet Prokofiev Elemente der Blues-Harmonik, hier im dritten Satz. Schließlich endet die zweite Sonate kraftvoll-vital. Während die erste Geigensonate düster und martialisch klingt, hat die Idylle von Prokofievs Refugium ihm hier zu farbig strahlendem Optimismus verholfen.



Jessica Probst studierte ab 1991 Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Klavier an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Klaus Bäßler. Anschließend absolvierte sie ein Aufbaustudium an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar bei Prof. Gerlinde Otto, Arne Torger und Ludwig Bätzel und erhielt das künstlerische Diplom in Klavier solo,Kammermusik und Liedbegleitung. In einem weiteren Ergänzungsstudium in Weimar konnte sie das Fach Liedgestaltung vertiefen. Jessica Probst konzertierte seit 1995 in Deutschland, Tschechien, Frankreich und in China, wo sie von 2004 bis 2009 lebte. Ihr Schwerpunkt ist Kammermusik und das klassische Liedrepertoire. Mit dem Tenor Sebastian Lipp spielte sie zwischen 2000 und 2016 in der Schweiz und in Deutschland Liederzyklen von Schubert, Schumann, Vaughan Williams und anderen. Im Klavierduo mit Cornelia Maaz musiziert sie seit 1997. 2017 führte Jessica Probst in Berlin mehrfach ihr neues Klavier-Soloprogramm mit französischen und deutschen Werken auf. Mit dem Geiger Benedikt Bindewald gründete sie 2019 ein Duo. Ihr Repertoire umfasst Werke von Brahms, Ravel, Prokofiev und Mozart. Zudem ist Jessica Probst seit vielen Jahren als freiberufliche Klavierlehrerin in Berlin tätig und widmet sich dabei besonders den Themen Auftrittstraining und Körperwahrnehmung.


Benedikt Bindewald in Frankfurt/M geboren, in Kalbach bei Fulda aufgewachsen, studierte Violine in Berlin und Bremen und Komposition in Berlin an der Universität der Künste, spielte mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Bremer Philharmonikern, dem Ensemble Zwischentoene Berlin, dem Lunaire Quartett, den Maulwerkern, dem Meitar Ensemble Tel Aviv, dem Ensemble New Babylon und mit vielen anderen Gruppen, spielte im Schauspielhaus Zürich, in der Philharmonie Berlin, im HAU Berlin, schauspielhannover, Theater Bremen und all den wunderbaren Orte mit kleineren Namen, liebt/e zu arbeiten mit Ruedi Häusermann, Daniel Ott, Dieter Schnebel, Thomas Klug, Misha Bolourie, Till Wyler von Ballmoos, Younghie Pagh-Paan, Rilli Willow und all den großartigen Leuten die noch nicht so berühmt sind, erfand Stücke wie PLASTIKFLUT, 48 Stunden NEUKÖLLN ECHT LIFE FERNSEHEN, BABBEL, Präludium für eine Stille, CCTV in Operation, Dornröschen-Maschine, Zeit hängt im Baum, und viele andere, erarbeitete mit anderen zusammen traffic... , KLANGQUADRAT und CarrilloN_13¿, arbeitet im Moment mit Die Auster Bunny, Trio Transmitter und dem Henusode-Quartett, und wandert manchmal allein mit seiner Violine abseits der üblichen Wanderwege, wissend dass der langsame Weg meistens der bessere ist.

Musiker*Innen


Jessica Probst   Klavier

Benedikt Bindewald   Geige



Datum u. Zeit

 

Fr, 15. November 2019, 20:00

 

 

Eintritt.

 

10 Euro

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